Kooperationen

Am 1. Oktober 2018 haben die DAK-Gesundheit und MEDI Baden-Württemberg den bundesweit ersten Vertrag zur Video-Fernbehandlung für Menschen mit psychischen Erkrankungen im Ländle geschlossen. Damit wurde der Psychotherapievertrag, der seit 2016 gut angenommen wird, um eine einmalige Fernbehandlungsmöglichkeit erweitert. Hierfür hat die MEDIVERBUND AG mit der Bayerischen TelemedAllianz (BTA) eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, welche das KBV-zertifizierte Softwareprodukt Doccura anbietet. Durch die Einführung einer Videosprechstunde ergeben sich neue Zugangsmöglichkeiten in die Psychotherapie, die einerseits die Versorgung in den Regionen mit einer niedrigen Arzt- und Psychotherapeutendichte verbessern. Andererseits wird dadurch eine flexible Behandlungsmöglichkeit geschaffen, was für die Patienten ein zusätzliches Serviceangebot bedeutet. Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport unterstreicht die Notwendigkeit: Seelenleiden waren im vergangenen Jahr die zweithäufigste Ursache für Fehltage in Baden-Württemberg und haben einen Anteil von 17,1 Prozent am gesamten Krankenstand. Die bundesweit einmalige Video-Fernbehandlung bei Psychotherapie optimiert für die DAK-Versicherten in Baden-Württemberg die Versorgung und ist insbesondere in den Regionen mit einer nicht flächendeckenden Versorgungsstruktur ein großer Fortschritt.

Pressemeldung MEDI Baden-Württemberg e.V.:
DAK und MEDI starten Videosprechstunde bei Psychotherapie


Die Digitalisierung und Technisierung in der medizinischen und pflegerischen Versorgung wird hinsichtlich der zurückgegangen Zahl der niedergelassenen Ärzte und dem Pflegefachkräftemangel in vielen Regionen als ein möglicher Lösungsansatz zur Verbesserung der Versorgungsqualität erachtet. Für die WundZentren in Deutschland erweist es sich teilweise auch als schwierig, ausreichende Kapazitäten von Fachärzten für die Sprechzeiten und damit ärztliche Betreuung zu gewinnen. Ein möglicher Lösungsansatz für diese Problematik bietet die Einführung einer Videosprechstunde.
In dem Pilotprojekt WZ®-WundZentrum-Telemedizin wird erstmalig die ärztliche Betreuung der Patienten im WundZentrum mithilfe einer Videosprechstunde durchgeführt. Das Konzept eines WundZentrums besteht grundlegend aus Wundmanagern – ein fest angestellter Arzt ist in der Regel nicht dafür vorgesehen. Die Wundmanager arbeiten aus diesem Grund mit Kooperationsärzten in der Region zusammen und sind für die Behandlung chronischer und komplizierter Wunden spezialisiert und sorgen für eine moderne Wundversorgung.
Der Kommunikationsaustausch erfolgt über die Videosprechstundenplattform Doccura und verfolgt das Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung der Patienten zu erhöhen. Denn für die optimale Versorgung ist es ist es wichtig, dass alle an der Behandlung Beteiligten koordiniert zusammenwirken.

Voraussetzung für die Erstaufnahme ist der Austausch und die Abstimmung zwischen Kooperationsarzt und Wundmanager. Durch die Einführung einer zeitlich festgesetzten Videosprechstunde können geregelte und ortsunabhängige Konsultationen zwischen Arzt und Wundmanager stattfinden. Somit kann der Arzt nicht nur seine Abläufe in der Praxis flexibler gestalten, sondern sich auch Zeit und lange Anfahrtswege in das Wundzentrum sparen. Die gewonnene Zeit kann dann den Patienten gewidmet werden, die Hilfe bei der Wundversorgung benötigen. Durch den direkten Kontakt über Doccura können zudem Bildmaterial und Dokumente zwischen Wundmanager und Arzt ausgetauscht werden.
Neben der Bayerischen TelemedAllianz, welche in dem Projekt als Koordinator fungiert, sind das WZ®-WundZentrum Ingolstadt, sowie die Praxisgemeinschaft Jedamzik-Tapli beteiligt. Der Kommunikationsaustausch findet mithilfe von Doccura, einem von der KBV-zertifizierten Videosprechstundenanbieter statt. Als gemeinsame Dokumentation von beispielsweise Diagnose, Befunde, Anamnese, Verordnungen von Rezepten wird die plattformübergreifende webbasierte Wundmanagement-Programm der WZ-WundZentren namens Medcubes® verwendet. Die Projektlaufzeit beträgt 12 Monate und startet im November 2018.